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Salvini wirbt in Warschau für Bündnis

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 09.01.2019 12:26
Der heutige Besuch des italienischen Vizepremiers und Innenministers Matteo Salvini in Warschau sorgt für viele Kommentare in der polnischen Presse.
Foto: Pexels.com

Dziennik Gazeta Prawna: Salvini wirbt in Warschau für Bündnis

Der heutige Besuch des italienischen Vizepremiers und Innenministers Matteo Salvini in Warschau sorgt für viele Kommentare in der polnischen Presse. Auch die Zeitung Dziennik/Gazeta Prawna berichtet ausführlich über die Visite des Italieners, der unter anderem dank seiner harten Haltung in Immigrations- und Flüchtlingsfragen derzeit einer der erfolgreichsten Populisten in Europa ist. Salvini wird sich heute in Warschau unter anderem mit dem Chef der Regierungspartei PiS Jarosław Kaczyński treffen. Dies sei kein Zufall - der Italiener wolle vor den Europawahlen neue Bündnisse schmieden und eine gemeinsame Front der gemäßigten EU-Skeptiker aufbauen.

In der PiS-Partei sehe Salvini einen wichtigen potentiellen Partner, schreibt Dziennik. Doch führende Politiker der polnischen Regierungspartei würden auf die Annäherungsversuche bisher mit vorsichtiger Distanz reagieren, so die Zeitung. Grund sei die prorussische Einstellung Salvinis. Seit 2017 bestehe sogar eine formale Zusammenarbeit mit der russischen Regierungspartei Einiges Russland. Auch die Einbeziehung von Marine le Pen und ihrer Rassemblement National, ehemals Front Nationale, in Salvinis Bündnis wecke bei einigen PiS-Politikern Unbehagen. Salvini setzte derweil auf gemeinsame Themen und Standpunkte, um in Polen für sein Bündnis zu werben. Dabei gehe es vor allem um die Flüchtlings- und Migrationspolitik sowie die Begrenzung der Befugnisse Brüssels.

Rzeczpospolita: Sonntägliches Verkaufsverbot schadet kleinen Geschäften

Das vor mehreren Monaten von der Regierung ins Leben gerufene Ladenschlussgesetz wird in Polen immer noch kontrovers diskutiert. Das Gesetz hatte den Handel zunächst an zwei Sonntagen im Monat eingeschränkt. Dieses Jahr soll nur noch ein Sonntag verkaufsoffen bleiben. Gerade kleine Lebensmittelgeschäfte würden dadurch enormen Schaden nehmen, warnt die konservative Rzeczpospolita auf ihrer heutigen Titelseite.

Über 5.000 Geschäfte dieser Art würden Pleite gehen, so die Zeitung. Dabei war das Gesetz eigentlich auch dazu gedacht, kleineren Lebensmittelhändlern zu helfen. So sind etwa inhabergeführte Geschäfte, bei denen der Besitzer selbst hinter der Ladentheke steht, von dem sonntäglichen Verkaufsverbot befreit. Viel genutzt habe das jedoch nicht. Die großen Handelsketten und Discounter würden mit umfangreichen Rabattaktionen noch stärker darum kämpfen, die Kunden an den übrigen Tagen der Woche zu sich zu locken – mit Erfolg. Die Discounter-Kette Biedronka habe kürzlich angekündigt, dass Sie noch schneller neue Filialen eröffnen werde – 100 bis 150 im Jahr. Derweil würden die Gewinne der kleinen Geschäfte dramatisch fallen, gerade an Sonntagen, an denen im Schnitt Umsatzverluste von 70% zu verzeichnen seien, lesen wir in der Rzeczpospolita.

Gazeta Wyborcza: Wie viele Menschen besuchen in Polen die Messe?

Die Polen gelten gemeinhin als religiös, doch wie viele Menschen besuchen hierzulande regelmäßig die Messe? Mit dieser Frage beschäftigt sich heute die linksliberale Zeitung Gazeta Wyborcza. Die sonntägliche Messe werde von knapp 38% der Gläubigen besucht – das geht aus den Daten des Statistikinstituts der Katholischen Kirche hervor. Die Heilige Kommunion würden allerdings nur 17 Prozenten der Gläubigen empfangen. Die Daten betreffen 2017 und stellen eine leichte Verbesserung im Vergleich zu 2016 dar, schreibt die Gazeta Wyborcza.

Am größten sei die Teilnahme an der sonntäglichen Messe in Südostpolen, an niedrigsten hingegen in Nordwestpolen. Insgesamt seien 2017 400 Tausend Menschen getauft worden und genauso viele hätten die Erste Kommunion empfangen, berichtet die Gazeta Wyborcza.

Filip Żuchowski

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