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Polen bedeutet Ärger

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 09.03.2018 13:30
Wenn alles so toll ist, warum ist es so schlimm? Ein Kommentar zu den polnisch-amerikanischen Beziehungen.
Foto: Pexels.com

Rzeczpospolita: Polen bedeutet Ärger

Die PiS-Regierung, sowie regierungsnahe Medien, nehmen die Aussage des US-Außenministeriums für bare Münze, schreibt Michał Szułdrzyński in seinem Autorenkommentar für die konservative Rzeczpospolita.

US-Pressesprecherin Heather Nauert informierte diese Woche, dass die militärische Zusammenarbeit zwischen Polen und den USA nicht eingestellt wurde, obwohl das niemand behauptet hat, erinnert der Publizist. Sofort begann man in Polen die Wirklichkeit umzugestalten, wie wunderbar Polens Beziehungen zu den USA sind.

"Wenn alles so toll ist, warum ist es so schlimm?", fragt der Autor. Nauerts Aussage begann mit der Erinnerung, dass die Vereinigten Staaten noch immer besorgt darüber sind, dass Polen die Änderung des umstrittenen Holocaust-Gesetz angenommen hat. Im Weiteren fragt Szułdrzyński, warum die Amerikanerin auf die Frage, ob es während des NATO-Gipfels zu einem Treffen auf höchster Ebene kommen könne, nur geantwortet hat, dass die USA ihre Verpflichtungen gegenüber Verbündeten erfüllen.

Szułdrzyński erinnert auch an eine Notiz des polnischen Außenministeriums. Wie das Internetportal Onet am Mittwoch bekanntgab, hat der Autor der Notiz, Jan Parys, im Februar in einem Brief an das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten alarmiert, dass der diplomatische Streit zwischen Polen und den USA, ein Streit den die PiS-Anhänger nicht wahrnehmen wollen, für die polnische Sicherheit von grundlegender Bedeutung ist.

Glücklicherweise sei die Zusammenarbeit auf militärischer Ebene nicht gefährdet, meldet das Blatt. Die Amerikaner profitieren von der Anwesenheit ihrer Truppen an der Weichsel, sie wollen uns Waffen verkaufen und militärisch mit uns zusammenarbeiten. Das sind ohne Zweifel gute Nachrichten.

Die USA haben Polen nicht nur aus geografischen Gründen als das Schlüsselland der Ostflanke gewählt, sondern weil sie Polen mit Erfolg assoziiert haben. Heute steht Polen für Ärger.

Als Fazit schreibt Szułdrzyński, dass der Konflikt zwischen Polen und Israel für Amerika auf lange Sicht nicht akzeptabel sei. Wenn der Streit mit Israel nicht gelöst werde, könnten Polens Probleme wachsen. Bei einem solchen Szenario könnten sich amerikanisch-jüdische und pro-jüdische Kreise gegen Polen wenden und ihre Einflussgruppen im Weißen Haus und im Kongress gegen Polen einsetzen.

rp.pl/ps

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