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Moskau auch aus Sicht der USA "wahrscheinlich" verantwortlich für Giftanschlag

PR dla Zagranicy
Joachim Ciecierski 13.03.2018 10:49
Rex Tillerson: Hinter der versuchten Ermordung des ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal steckt wahrscheinlich der Kreml.
Rex TillersonRex TillersonWIKIMEDIA COMMONS/Office of the President-elect/CC BY 4.0

Im Fall des vergifteten Doppelagenten haben sich die westlichen Verbündeten hinter Großbritannien gestellt. US-Außenminister Rex Tillerson sagte am Montag, die USA stimmten mit ihrem Verbündeten überein, dass Russland "wahrscheinlich" hinter der versuchten Ermordung des ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal stecke. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich "sehr besorgt" über den Einsatz eines Nervengiftes. In London wurde für Dienstagmittag eine Sitzung des nationalen Krisenstabs angesetzt.

Die US-Regierung habe "volles Vertrauen" in die britischen Ermittlungen und die Einschätzung, dass Russland wahrscheinlich verantwortlich für die Nervengiftattacke sei, sagte Tillerson. Die USA seien "solidarisch" mit ihren Verbündeten in London, beide Länder würden ihre Reaktionen weiterhin "eng abstimmen".

Die britische Premierministerin Theresa May hatte zuvor in einer Rede vor dem Parlament schwere Vorwürfe gegen Moskau erhoben: "Es ist höchst wahrscheinlich, dass Russland für diese Tat verantwortlich ist", sagte sie. Offizielle Stellen in Russland hätten den Anschlag entweder direkt in Auftrag gegeben oder ihn zumindest ermöglicht. Den Giftanschlag wertete sie als "willkürlichen und schamlosen Angriff auf das Vereinigte Königreich".

Mays Schuldzuweisung in Richtung Moskau bedeutete eine erhebliche Verschärfung der britisch-russischen Spannungen. Die russische Regierung reagierte mit Hohn auf Mays Auftritt vor dem Unterhaus. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach laut russischen Agenturen von einer "Zirkusveranstaltung im britischen Parlament". Sie warf der britischen Regierung eine "politische Kampagne auf Grundlage von Provokationen" vor und sprach von "Märchen", die in London verbreitet würden.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg erklärte, Großbritannien sei ein hoch geschätzter Verbündeter und "dieser Zwischenfall" sei für die Nato Anlass für "große Besorgnis". Der Einsatz eines jeden Nervenkampfstoffes sei "abscheulich" und "völlig inakzeptabel". Die Nato stehe in der Angelegenheit mit den britischen Behörden in Kontakt.

Der 66-jährige Russe Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Ihr Zustand wird als weiterhin lebensbedrohlich, aber stabil bezeichnet.

AFP/pap/jc

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